Verkehrsberuhigung – Lkw-Durchfahrtsverbot: Anpacken – möglich machen.

Presseerklärung


Veranstaltung in Pattensen informativ und richtungsweisend für Lösungen gegen Verkehrslärm, Luftverschmutzung und für Sicherheit in Winsen!

Das Bündnis für den Wechsel im Bürgermeisteramt aus SPD und Grünen hat das von der Bevölkerung, insbesondere in den Ortsteilen Pattensen und Ludorf immer wieder eingeforderte Thema der Verkehrsberuhung und der Entlastung durch ein Lkw.-Durchfahrtsverbot am 22.5. bei einer Veranstaltung erneut aufgegriffen. Dank der bundesweit gut vernetzten Bürgermeisterkandidatin Susanne Menge hatte sich Dipl. geogr. Wulf Hahn, Verkehrs- und Umweltplaner aus Marburg auf den Weg nach Pattensen gemacht, um aus Expertensicht die aktuelle Problemlage, Rechtsprechung und die Arbeit der Behörden kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Wulf Hahn hatte sich über die örtliche Situation in Winsen sehr gut informiert. Nicht wenige der Anwesenden hörten zum ersten Mal vom politisch Machbaren, wenn, so Hahn „auch die verantwortlichen Politiker*innen wirklich wollen“. Der Verkehrplanungsexperte rekapitulierte vor diesem Hintergrund das gescheiterte Klageverfahren der Stadt Winsen für eine Temporeduzierung in Pattensen: „Schilder aufzustellen reicht nicht. Der Richter habe erstaunt darauf registriert, dass die Stadt überhaupt keine Anstrengungen unternommen habe, auf Basis der Ergebnisse des zweiten Lärmaktionsplans endlich ein Maßnahmenpaket vorzulegen.“ Eine Umgehungsstraße, so Hahn, sei nach seinen Erfahrungen nicht vor den kommenden 20 Jahren zu erwarten. Ohne Bauzeit!: „Und ich berichte hier von unseren Erfahrungen in einem Planungsbüro. Die Alternativplanungen für eine Umgehung in Luhdorf tangieren allesamt sensible Bereiche.“ Das aktuelle Kartenmaterial nahm Hahn in seiner Präsentation zum Anlass, auf die Schwachstellen der Gesamtplanung hinzuweisen. „Und Sie haben noch nicht einmal das Raumordnungsverfahren eingeleitet, was eher für mehr als 20 Jahre spricht.“

Nach Wulf Hahns Überzeugung sei der einzige politische Hebel ein komplettes Maßnahmenpaket: „Das Gerichtsurteil des VGH Mannheim aus 2018 erfordert eine grundlegend neue Bewertung der Situation in Pattensen. Folgende Maßnahmen müssten sofort angepackt werden:

1. Verkehrsmengenkarte aktualisieren: Die letze Erhebung von Pkw- und Lkw-Verkehr in den hochbelasteten Orten geht zurück auf das Jahr 2011, die letzte offizielle Straßenverkehrszählung (SVZ) des Landes beschränkt sich auf das Jahr 2015;

2. Maßnahmenpaket formulieren auf Grundlage des bereits aussagekräftigen Lärmaktionsplans, 2. Stufe (Verkehrskonzept erstellen, Radarmessungen durchführen, Anordnungsvoraussetzungen (60 dbA) ernst nehmen, Straßenbreiten sowie Belastungsgrad der Straße überprüfen …);

3. Bürger, Planer und Politik an einen Tisch setzen und Lösungen suchen (Betroffene zu Beteiligten machen);

4. Umweltverbund stärken (Fuß-/Radverkehr, CarSharing, ÖPNV …);

5. Ausschöpfung technischer und baulicher Maßnahmen.

Bürger haben grundsätzlich ein Recht darauf, dass Messungen und Radarkontrollen durchgeführt werden und aus den Ergebnissen Handlungen erfolgen. „Bisherige Beschwerden und belegbare Fotos haben jedoch in Winsen und Harburg zu keiner behördlichen Regung geführt.“ so ein Besucher.

An Susanne Menge gerichtet fragte eine Besucherin, wie lange denn eine Verkehrskonzeptplanung aussehen könne. Planer und Bürgermeisterkandidatin waren sich einig: „Das kann in weniger als einem jahr auf dem Tisch liegen.“

„Als Ihre Bürgermeisterin werde ich alles tun, um diese unerträgliche Verkehrssituation kurzfristig zu lösen. Ausreden, dass es seitens der Behörden keinen Grund zum Handeln gebe, müssen der Vergangenheit angehören.“ schloss Menge die Veranstaltung.

LarsWirnhier
LarsWirnhier